Samstag, 20. April 2013

Plotbunnies und alte Bekannte oder: wann soll ich das jemals alles schreiben?

Kennt ihr das? Man liest einen Text von sich, den man vor einigen Jahren geschrieben hat und einerseits schämt man sich, dass man mal so schlecht geschrieben hat, andererseits sind einem die Figuren immer noch nahe und sofort wieder präsent? Neulich hatte ich so einen Anfall, dass ich einige ältere Texte von mir wieder gelesen habe. Darunter einer, den ich glaube ich mit siebzehn angefangen habe (vor zehn Jahren!). Dazu gekommen bin ich unter anderem, als ich eine Umfrage ausgefüllt habe, die eine Studentin aus den USA für eine Arbeit gestartet hatte. Darin stellte sie einige interessante Fragen. Wie man dazu gekommen ist, Slash zu schreiben, warum man es tut, ob man auch Heteroliebesgeschichten schreibt, etc. Ich habe mir diese Fragen auch schon öfter gestellt und für mich beantwortet. Angefangen hat es bei mir, nachdem ich in meinen ersten Roman mein erstes schwules Pärchen als Nebenfigur eingebaut hatte. Irgendwie wurde einer der beiden immer mehr zur Hauptfigur und ich fing an die leidenschaftliche und dramatische Liebgesgeschichte zwischen ihm und seinem Partner zu erzählen. Immer wieder schrieb ich Episoden auf Papier auf, unzusammenhängend, sie ergaben keine ganze Geschichte. Ich denke immer noch oft an diese beiden Figuren. Vielleicht, weil ich sie am längsten kenne und sie im Laufe der Zeit sehr viel Tiefe gewonnen haben. Ich kenne ihre ganze Lebensgeschichte. Was ich eigentlich erzählen wollte war, dass ich auch auf einen anderen Text von mir gestoßen bin, der ähnlich entstanden ist, wie der erste.

Ich traue mich kaum, es zu sagen, aber eigentlich ist das eine Harry Potter-Fanfiction. Die einzige, die ich jemals geschrieben habe. Darin tauchen aber nur Figuren aus den Büchern am Rande auf. Es hat mich noch nie gereizt, Figuren anderer Autoren in eigene Geschichten zu stecken. Ich finde es bemerkenswert, wenn jemand das kann. Aber ich habe schon so viele eigene Figuren im Kopf, und zu existierenden Figuren fällt mir gar nichts ein. Jedenfalls ging es in dem Text um einen Hogwartsschüler, der sich in den Bruder seines DA-Lehrers verliebt hat. Die beiden waren so ganz entfernt miteinander verwandt, also so der Großcousin des Schwipschwagersmäßig und auch beide adlig. Jedenfalls war der Bruder Auror, hatte langes schwarzes Haar, war ein Halbelf und ein ziemlicher Draufgänger und einfach nur cool. Der andere, der Schüler war hochintelligent, ein Genie in Mathe (ich habe in Hogwarts Matheunterricht eingeführt) und  zudem hyperaktiv (ADHS?). Dabei war er aber kein Streber, sondern hat alles ziemlich locker genommen.  Es ging dann darum, wie die beiden zusammengekommen sind. Aber daraus ergab sich auch keine wirkliche Geschichte, denn da gab es kein großes Drama. Trotzdem denke ich machmal, dass ich die Geschichte der beiden noch mal erzählen könnte, vielleicht könnte ich die HP-Elemente streichen. Was mich bisher davon abgehalten hat ist, dass ich ständig neue Ideen habe. Also nicht jeden Tag, aber doch schon mehrmals im Jahr. Ich schaffe es aber nicht, mehr als einen Roman und eine Erzählung oder zwei kurze Romane in einem Jahr zu schreiben. Ich habe eine Datei, in der ich alle Ideen, alle Plotbunnys notiere und diese Liste wird nicht kürzer, sondern immer länger. Nicht jede Idee muss ich unbedingt umsetzen. Aber insgesamt sind auf der Liste jetzt sieben Ideen für längere Texte, die ich ungebdingt noch schreiben möchte. Und das sind nur die Ideen, die ich als Celia schreibe, als nächstes habe ich mir noch ein Jugendbuch vorgenommen. Ich könnte jetzt über all diese sieben Ideen nocht stundenlang schreiben. Es ist ja auch das, was ich am Schreiben so mag, plötzlich ist eine Idee da, sind Figuren da, ohne dass ich sagen kann, wo sie hergekommen sind. Und dann ist es unheimlich spannend, die ganze Geschichte zu erfahren. Manchmal möchte ich aber auch ein Kreuz gegen ein Plotbunny richten und sagen: weiche von mir, ich habe schon zu viele von euch. Denn ich würde am liebsten immer sofort anfangen mit dem Schreiben, wenn ich eine neue Idee habe. Dann halte ich diese für ein paar Tage für die beste, die ich je gehabt habe. Dann fange ich manchmal (selten) tatsächlich mit dem Schreiben an oder ich kehre etwas nüchterner zu meinen angefangenen Texten zurück. Wie ihr unter Projekte sehen könnt, schreibe ich derzeit an drei Texten, wobei ich mir vorgenommen habe, jetzt einen nach dem anderen zu beenden. Eines weiß ich jedenfalls fast sicher: Nach diesen Projekten kommt entweder Fantasy oder noch etwas Historisches dran.

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