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Mittwoch, 15. Mai 2013

"Will und Will" von John Green und David Levithan - Buchrezension

Dieses Buch stand schon ewig auf meiner Liste und nachdem es mir von mehreren Leuten empfohlen wurde, habe ich es endlich gelesen. Will und Will (orignial: Will Grayson Will Grayson) von den bekannten Autoren John Green und David Levithan handelt von zwei Jungen, die beide Will Grayson heißen, aber zunächt nicht in Kontakt stehen. Doch sie haben einiges gemeinsam.
Der eine Will Grayson ist vielleicht in Jane verliebt, vielleicht auch nicht, er kann sich nicht recht entscheiden. Sein bester Freund Tiny macht es ihm auch nicht gerade leichter, in dem er versucht, sie zu verkuppeln. Tiny ist riesengroß, schwul, und ständig in einen anderen verliebt. Er plant ein Musical über sein eigenes Leben und über das von Will, auch wenn Will darin lieber gar nicht vorkommen würde. Sein Motto lautet Klappe halten und nichts an sich ranlassen. Nur muss er diese Regeln brechen, wenn in seinem Leben etwas passieren soll.
Der andere Will Grayson ist schwul, aber das soll nicht einmal seine einzige "Freundin" Maura wissen. So richtige Freunde sind sie eigentlich gar nicht, sie warten nur am Schultor aufeinander und Maura nervt ihn mit ihren Fragen, denn eigentlich haben sie doch gar nichts gemeinsam, außer dass sie Außenseiter sind. Will tut alles, damit andere ihn nicht mögen, aber vor allem mag er sich selbst nicht. Er hat Depressionen, nimmt Medikamente, die das ein wenig eindämmen. Sein einziger Lichtblick ist Isaac. Das Problem ist nur, dass er Isaac noch nie in echt begegnet ist, obwohl sie seit einem Jahr miteinander chatten. Dann kommt endlich der Tag, an dem er Isaac treffen wird. Man ahnt, dass das nicht gut gehen kann.
Als sich die beiden Will Graysons dann zufällig begegnen, bringt das ihrer beider Leben durcheinander. Beide Wills erfahren, wie es ist, sich zu verlieben, was es heißt, an einer Freundschaft zu arbeiten und dass es manchmal einfach nur darum geht die Wahrheit zu sagen.
Dass das Ende dann super zuckrig ist, erwartet man von David Levithan und John Green einfach, damit verrate ich jetzt nicht zu viel. Anders als in Noahs Kuss ist der Weg dahin aber mit einigen Steinen gepflastert, die Depressionen des einen Will lösen sich nicht einfach in Luft auf und beide Wills haben eine große Entwicklung durchgemacht. Sie sind Figuren, die Schwächen haben, die man aber gerade deswegen mag, genau wie Tiny. Die 378 Seiten täuschen, das Buch liest sich sehr schnell durch, die Dialoge sind sehr großzügig gedruckt. Ein schönes Jugendbuch, das Mut macht und viele unterschiedliche Identifikationsfiguren bietet.
Ich freue mich jetzt jedenfalls schon auf das neue Buch von David Levithan.

Altersempfehlung: ab 13
Will und Will ist 2012 bei cbt erschienen.

Freitag, 12. April 2013

David Levithan: Noahs Kuss - Buchrezension

Der deutsche Titel Noahs Kuss - und plötzlich ist alles anders (original: Boy meets boy) passt nicht wirklich zu dem Buch, denn ich hätte es fast nicht gelesen, da ich dahinter eine klassiche Coming-out-Geschichte erwartet habe. Auch der Aufdruck auf dem Klappentext, es sei für Fans von Brokeback Mountain, hat nichts mit dem Buch zu tun, denn es ist ein Jugendbuch und Brokeback Mountain würde ich Jugendlichen nur bedingt empfehlen.
Der Beginn wirft einen mitten in die Handlung und stellt gleich klar, Paul, der Ich-Erzähler weiß wer er ist, und alle anderen wissen das auch. Schwul zu sein ist für ihn überhaupt kein Problem. Seine Eltern, seine Freunde, seine Mitschüler, niemand macht daraus ein Problem. Im Gegenteil, es scheint in seiner Stadt beinahe nur Schwule und Transsexuelle zu geben. Da ist zum einen Infinite Darlene, gleichzeitig Quarterback und Homecoming Queen, und Tony, sein bester Freund, der es nicht leicht mit seinen Bibeltreuen Eltern hat. Und dann ist da natürlich Noah, in den Paul sich schon bei ihrer ersten Begegnung verliebt und Noah scheint dasselbe für ihn zu empfinden.
Einer glücklichen Beziehung zwischen Paul und Noah steht also nichts im Weg. Sie lieben die gleichen Filme, können stundenlang miteinander reden und eigentlich ist alles in Pauls Welt perfekt. Das war auch mein Problem mit diesem Buch.