Samstag, 8. Oktober 2016

Lesung auf der Queer Convention



Diesen November findet das erste Mal parallel zur Buch Berlin die Queer Con statt, die vom Dead Soft und Cursed Side Verlag organisiert wird. Ich bin schon sehr gespannt auf die vielen interessanten Workshopthemen und Lesungen. Es werden praktisch alle bekannteren deutschsprachigen Gay Romance Autoren da sein. Unter anderem Chris P. Rolls, Karo Stein, Leann Porter, Bianca Nias, und viele mehr. Es lohnt sich also auch für Leser und Fans vorbeizukommen. Es gibt natürlich auch (signierte) Bücher zu kaufen und Goodies mitzunehmen. Der Sieben Verlag war so lieb die Con zu sponsorn. Neben mir findet ihr da auch meine Kollegin Sylvia Pranga.
Und ich habe dort tatsächlich meine erste größere Lesung. Am Sonntag um 11 Uhr. Ich freue mich über jeden, der vorbeikommt. Hier findet ihr das Programm.




Sonntag, 19. Juni 2016

Schreibupdate

Da geht plötzlich ein halbes Jahr um, ohne dass ich blogge. Das muss sich rasch ändern. Es ist ja nicht so, als hätte ich nichts getan in den letzten Monaten. Ich arbeite gerade daran "Wiedersehen mit Mark" und "Aljoschas Tanz" als Ebook rauszubringen, aber das braucht noch ein bisschen Zeit. Außerdem schreibe ich gerade an mehreren Texten. Ja ich weiß, an "Jannik" schreibe ich schon ewig und der Text ist schon ewig fast fertig, aber ich will ihn auch unbedingt beenden und euch zum Lesen geben.
Daneben habe ich ein älteres Projekt aufgenommen, das inzwischen immerhin schon sechzig Seiten umfasst. Es spielt in den USA und handelt von einem unerträglich fröhlichem Misha, der an Epilespsie erkrankt ist und mal zwei Jahre im Gefängnis saß und dem desillusionierten ehemaligem Pornostar Erik. Die beiden sind ziemlich stur, aber diese Idee trage ich schon so lange mit mir rum und das macht so Spaß zu schreiben, dass es sicherlich fertig wird.
In einer Rezension zu Sunford habe ich kürzlich gelesen, man wünsche sich mehr Historisches von mir. Da kommt sicherlich auch noch etwas. So einige grobe Ideen spuken mir da schon im Kopf herum.

Imperia - Im Schatten des Drachen von Laurin Dahlem

Klappentext:

Der junge Landadlige Hao hat nur ein Ziel: der Kaisergarde beizutreten und dem Kaiserreich im Kampf gegen die rebellischen Yin beizustehen. Als sich sein Wunsch endlich erfüllt, ist sein Leben scheinbar perfekt. Doch bald schon kommen ihm erste Zweifel am unerbittlichen Regime des Kaisers, der alle Yin brutal auslöschen lässt. Bevor er sich versieht, wird Hao in ein Machtspiel aus Verrat, Intrige und Mord am Kaiserhof hineingezogen. Und dann ist da noch der geheimnisvolle Kyu-Sung, Bastardsohn des Kaisers, der Gefühle in Hao weckt, die er sich lange nicht eingestehen will.


High Fantasy mit schwulen Figuren findet man genauso selten wie Fantasy mit asiatisch inspiriertem Setting. Ich liebe beides, also musste ich Imperia - Im Schatten des Drachen natürlich lesen, zumal ich den Autor kenne und schon einiges von ihm gelesen habe.
Imperia spielt in einer Welt, die mich an die von mir geliebten chinesischen Historienfilme erinnert haben, mit Elementen der asiatischen Sagenwelt. Und es erzählt eine ebenso epische und dramatische Geschichte über zwei Männer, die in einen Krieg verwickelt werden, bei dem es schwer ist, die Guten von den Bösen zu unterscheiden.
Von Anfang an hat mich die hohe Qualität des Textes beeindruckt, in meinen Augen hat sich der Autor sehr gesteigert.
Die Hauptfigur Hao ist ein junger Mann, der unbedingt in die Kaisergarde eintreten möchte, wie sein Vater. Dies ist sein größter Traum, dafür lebt er, dafür kämpft er. Warum er seinen Vater lange nicht gesehen hat und warum er keine Einladung zur Prüfung der Kaisergardenanwärter erhalten hat, hinterfragt er kaum. Als er zufällig seinem Idol, dem Bastardsohn und Kaisergardisten Kyu-Sung begegnet, ist er sofort fasziniert von ihm. Etwas verbindet beide gleich miteinander, etwas, was eigentlich gar nicht sein dürfte.
In dieser Welt hat jeder Mensch einen Lebensgeist, ein Wesen, das für andere unsichtbar ist, ein Freund, der einen immer begleitet. Aber die Geister, die hier Ankh-Nasgath genannt werden, können auch kämpfen. Haos Geist ist ein lustiger kleiner Drache, Kyu-Sungs ein bedrohlicher Kampfgeist. Und beide können sie den Ankh-Nasgath des anderen sehen, etwas, was sonst nie möglich ist.
So führt sie das Schicksal zusammen und sie entwickeln Gefühle füreinander. Doch das ist nur ein Teil der Handlung. Man ahnt früh, dass im Kaiserreich nicht alles zum Besten steht, dass Hao etwas sehr naiv ist in seinem Glauben an die Garde. Denn bald erfährt man, dass die Garde das Reich unterdrückt und viele Menschen sich gegen sie organisieren. Vor allem die Yin, die von der Garde gejagt werden. Ihre Form der Magie erachten sie als gefährlich. Vor langer Zeit waren sie die Herrscher des Landes. Und Hao muss sich entscheiden, auf welcher Seite er kämpfen will.
Imperia ist ein Buch über die Einsicht, dass jeder Kampf zwei Seiten hat und über Macht - die Macht des Einzelnen, über die Macht der Elite und die Macht des Volkes. Aber es ist auch ein Buch über die Macht der Liebe.

Bild aus dem Film Curse of the Golden Folwer. Imperia hat mich sehr an diese Art von Filmen erinnert.

Ich hatte lange mit einem anderen Ende gerechnet und möchte hier nicht zu viel verraten. Es bleibt das ganze Buch über spannend, da es immer wieder neue Wendungen gibt. Anfangs hatte ich ein wenig Probleme mit den Figuren warm zu werden. Hao hätte ich öfter gerne mal wachgerüttelt. Er bleibt sehr lange sehr naiv, während Kyu-Sung nicht von seinem starren Glauben abweicht und er mir nicht unbedingt sympathisch war. Aber ihr Verhalten ergibt für beide einen Sinn, sie werden dadurch bestimmt, wie sie aufgewachsen sind und wegen der detailliert gezeichneten fantastischen Welt habe ich das Buch dennoch sehr gerne gelesen.
Imperia ist ein spannendes Fantasybuch nicht nur für Gay Romance Fans. Da bleibt mir nur zu sagen: bitte mehr davon.

Takeshi Kaneshiro in Red Cliff. Wäre er nicht ein guter Kyu-Sung? Und als Hao könnte ich mir Jay Chou vorstellen.


Zum Autor: Der Autor Laurin Dahlem lebt, arbeitet, liest und schreibt in Süddeutschland. Die phantastischen Welten der Literatur sind seine große Leidenschaft, und er wird nicht müde, sich immer wieder neue auszudenken.

Außerdem erhältlich:
Kuss aus Asche, Ein Trainer mit gewissen Vorzügen

Sonntag, 21. Februar 2016

Blogtour zu Sunford

Heute ist die Blogtour zu Sunford gestartet. Erste Blogtour mit erstem Buch und ich bin etwas aufgeregt. Ihr könnt natürlich auch jede Menge Bücher gewinnen, es würde mich freuen, wenn ihr dabei seid und die Beiträge kommentiert. Ihr werdet jede Menge über das Buch erfahren, über die Figuren, über das Setting, über meine Recherche, über die edwardianische Epoche, über Homosexualität in der Zeit und es gibt ein Interview mit mir.



Hier sind die Blogstationen im Überblick. Los geht es heute hier



21.2. lesenliebentraeumen.blogspot.de Buchvorstellung

25.2. ulla-liebt-buecher.blogspot.de Edwardianische Zeit

26.2. likeagaydream.wordpress.com Homosexualität um 1900 

27.2. sanarkai-weltderbuecher.blogspot.de Historische Gay Romance 

28.2. lesekatzen.blogspot.de Protagonisteninterview 

Samstag, 26. Dezember 2015

Interview mit Dahlia von Dohlenburg

Ich hatte schon länger die Idee, auf dem Blog auch Interviews mit anderen Autoren zu führen. Ich freue mich, dass ich euch mit Dahlia von Dohlenburg eine Autorin vorstellen kann, deren Reihe Jäger in den Schatten mir sehr gut gefällt. Dazu muss ich sagen, dass ich Dahlia durch ein Autorenforum kenne und sie dort in einer Plotwerkstatt iher Jäger vorgestellt hat. Ich war gleich begeistert, denn Urban Fantasy in Verbindung mit Gay Romance, da muss ich nicht lange überlegen, ob ich das lesen will. Dahlia veröffentlicht die Serie in kurzen Folgen zu je ca. 90 Seiten. Bisher sind drei Folgen erschienen.
Es geht um eine Spezialeinheit, die aus Vampiren, Dämonen und Menschen besteht und übernatürliche Fälle aufklärt. Die Bücher spielen im Ruhrgebiet, wo eine Mordserie der Polizei Rätsel aufgibt. Es beginnt damit, dass Sebastian, der bis dahin nichts mit Übernatürlichem am Hut hat von einem Werwolf gebissen wird. Er wird gerade noch vom Jäger Nikolaj gerettet, doch er wird  unweigerlich selbst zur Bestie, wenn der Killer nicht vorm nächsten Vollmond gefunden und getötet wird.  So gerät Sebastian in die Welt der Jäger. Ich denke, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass Sebastian in den nächsten Folgen ein Mitglied des Teams werden möchte, denn er kann die neue Welt, die ihm offenbart wurde, nicht einfach vergessen. Darüber hinaus hat er Gefühle für Nikolaj entwickelt, doch der weist Sebastian immer wieder zurück. Wie sich langsam doch zarte Gefühle zwischen den beiden entwickeln finde ich sehr realistisch und erfrischend unkitischig beschrieben. Wer hier ausführliche Romance und Erotik erwartet ist falsch, die Urban Fantasy mit den einzelnen Fällen steht bisher klar im Vordergrund. Gerade das gefällt mir so gut an der Serie. Neben Sebastian und Nikolaj gibt es aber auch noch andere interessante Figuren. Die beiden Vampirinnen Emilia und Tilda sowie den IT-Spezialisten Rohan. Außerdem werden alle möglichen Beziehungsformen vorgestellt. Wer spannende Urban Fantasy in Serie mit realistschen und liebenswerten Figuren mag, der ist hier genau richtig. Demnächst erscheint Dahlias Fantasyroman Die Magie des Königs und die erste Folge der Jäger in den Schatten gibt es im Moment kostenlos.

Hallo Dahlia, stell dich bitte einmal kurz vor.

Ich bin Dahlia, 31 Jahre auf dem Papier, im Geiste aber noch nicht wirklich erwachsen. Ich wusste lange Zeit nicht wirklich, was ich mit meinem Leben anfangen will. Oder doch, eigentlich wusste ich es ganz genau. Aber vom Schreiben leben zu wollen, dass ist doch verrückt, oder?
Deswegen habe ich lange Zeit das gemacht, was man so macht, wenn man nicht weiß, was man machen soll: vor mich hin studiert. Ich habe einen Abschluss in Japanologie gemacht, weil mich das Land faszinierte, habe eine Zeit lang Informatik studiert und studiere aktuell Geschichte und Medienwissenschaften in Bochum, mit der Absicht im Anschluss einen Master in Gender Studies zu machen. Alles sehr bunt und querbeet und nicht wirklich zielgerichtet, was meine Eltern in den Wahnsinn treibt. Denn die wollen natürlich, dass ihr Kind etwas „Anständiges“ macht. Leider hat ihr Kind aber festgestellt, dass es doch am liebsten nur das tun würde, was sie wirklich liebt: Schreiben ;-)
Seit Sommer 2015 veröffentliche ich meine Geschichten selbst, um meinem Traum, eines Tages vom Schreiben zu leben, näher zu kommen. Bis dahin arbeite ich Teilzeit in einer Bibliothek – solange mich viele Bücher umgeben, bin ich glücklich.

Dienstag, 8. Dezember 2015

Wenn der Postbote mit einem großen Paket kommt ...

dann hat die Autorin ihre Belegexemplare bekommen. Wenn der Autor erstmalig seine Bücher in der Hand hält, muss er ein Ritual vollziehen, was darin besteht, das Paket so schnell wie möglich aufzureißen, die Bücher auszupacken, anzufassen, rundrum zu betrachten, fröhlich zu glucksen und einen Freudentanz aufzuführen. Anschließend werden die Belege an die Brust gedrückt und nie wieder losgelassen ... oder so ähnlich. Ich finde sie sehen wunderschön aus. Auch der Buchrücken und die Rückeise.






Mittwoch, 2. Dezember 2015

Meine Liebe zu historischer Gay Romance


Die Liebe zu historischen Romanen kam bei mir erst spät, abgesehen von Klassikern hatte ich lange kaum in dem Genre gelesen. Wenn dann eher in Zusammenhang mit Fantasy, Steampunk oder Mystery. Eine befreundete Autorin brachte mich erst darauf, die viktorianische Zeit zu lieben. Ich glaube, es war dann tatsächlich Downton Abbey, das mich für die edwardianische Zeit begeisterte. Wie ich dann auf historische Gay Romance gekommen bin, weiß ich gar nicht mehr. Auf jeden Fall war es die Magpie-Serie von KJ Charles, die mich so begeistert hat, dass ich auch etwas in diese Richtung schreiben wollte. Heiße Gentleman im Anzug und ein aufregendes Setting, London, Magie ... ja bitte. Es ist seltsam, ich kann mich oft gar nicht so genau erinnern, wann und wie mir eine Geschichte eingefallen ist. Es ist schon drei Jahre her, dass ich angefangen habe, Sunford zu schreiben. Erst nachdem der erste  Entwurf stand, habe ich angefangen, historische Romane zu lesen. Ich wollte mich ja auch nicht allzu sehr beeinflussen lassen. Im Text finden sich schon sehr viele Einflüsse von Jane Austen, auch Maurice hat mich etwas beeinflusst, da es wohl der einzige Roman ist, der zu der Zeit geschrieben wurde und eine Liebesgeschichte zwischen Männern erzählt. Die Auswahl an historischer schwuler Literatur ist ansonsten ja eher begrenzt, auch wenn es einige Ausnahmen gibt, darüber habe ich vor einem Jahr schon einmal etwas geschrieben.
Es ist jedoch schön zu beobachten, wie sich in den letzten Jahren im englischsprachigen Raum eine Szene von Gay Romance Autoren zusammengefunden hat, die Historisches schreiben.
Aber auch hier habe ich in letzter Zeit immer mehr historische Gay Romance gesehen, von Chris P. Rolls mit ihrer Bruderschaft der Küste, Diana Wintermeer oder Jutta Ahrens. Ein schöner Trend, wobei die Zeit zwischen 1800 und dem ersten Weltkrieg noch etwas unterbesetzt ist, für mich ist es die spannendste Zeit, um darüber zu schreiben, da so unheimlich viel passiert ist, Revolutionen, gesellschaftliche Veränderungen, die Entwicklungen in der Kunst ... und die Mode natürlich. Von Empirekleid bis Sanduhrfigur und die Männer waren natürlich auch schick gekleidet, wenn sie es sich denn leisten konnten.
Was mich aber am meisten an der Gay Romance in historischen Settings fasziniert ist, dass es damals in Europa noch viele Länder mit Gesetzen und Strafen gegen  Homosexualität gab, es erforderte viel Mut, trotzdem zu seiner Liebe zu stehen und vor allem, damals konnte wegen der Zensur diese Geschichten nicht erzählt werden. Wir wissen höchstens etwas über berühmte Persönlichkeiten wie Oscar Wilde. Natürlich ist es nicht wirklich authentisch, wenn man sich jetzt aus heutiger Sicht ausdenkt, wie es damals zwei Männer oder auch zwei Frauen geschafft haben könnten, zueinander zu finden und zusammen zu bleiben, aber diese Geschichten können anders nicht erzählt werden, denn heute können wir ohne Zensur darüber schreiben, wir können uns Happy Ends ausmalen oder die Tragik unmöglicher Lieben zeigen. Queere Menschen waren immer Teil der Geschichte und obwohl sie es noch schwerer gehabt haben als heute die Menschen in Europa, bin ich mir sicher, sie haben sich trotzdem verliebt und einige werden auch glücklich gewesen sein und es ist einfach wunderbar, darüber schreiben zu können. Denn historische Settings bieten unendliche Möglichkeiten.