Sonntag, 19. Juni 2016

Schreibupdate

Da geht plötzlich ein halbes Jahr um, ohne dass ich blogge. Das muss sich rasch ändern. Es ist ja nicht so, als hätte ich nichts getan in den letzten Monaten. Ich arbeite gerade daran "Wiedersehen mit Mark" und "Aljoschas Tanz" als Ebook rauszubringen, aber das braucht noch ein bisschen Zeit. Außerdem schreibe ich gerade an mehreren Texten. Ja ich weiß, an "Jannik" schreibe ich schon ewig und der Text ist schon ewig fast fertig, aber ich will ihn auch unbedingt beenden und euch zum Lesen geben.
Daneben habe ich ein älteres Projekt aufgenommen, das inzwischen immerhin schon sechzig Seiten umfasst. Es spielt in den USA und handelt von einem unerträglich fröhlichem Misha, der an Epilespsie erkrankt ist und mal zwei Jahre im Gefängnis saß und dem desillusionierten ehemaligem Pornostar Erik. Die beiden sind ziemlich stur, aber diese Idee trage ich schon so lange mit mir rum und das macht so Spaß zu schreiben, dass es sicherlich fertig wird.
In einer Rezension zu Sunford habe ich kürzlich gelesen, man wünsche sich mehr Historisches von mir. Da kommt sicherlich auch noch etwas. So einige grobe Ideen spuken mir da schon im Kopf herum.

Imperia - Im Schatten des Drachen von Laurin Dahlem

Klappentext:

Der junge Landadlige Hao hat nur ein Ziel: der Kaisergarde beizutreten und dem Kaiserreich im Kampf gegen die rebellischen Yin beizustehen. Als sich sein Wunsch endlich erfüllt, ist sein Leben scheinbar perfekt. Doch bald schon kommen ihm erste Zweifel am unerbittlichen Regime des Kaisers, der alle Yin brutal auslöschen lässt. Bevor er sich versieht, wird Hao in ein Machtspiel aus Verrat, Intrige und Mord am Kaiserhof hineingezogen. Und dann ist da noch der geheimnisvolle Kyu-Sung, Bastardsohn des Kaisers, der Gefühle in Hao weckt, die er sich lange nicht eingestehen will.


High Fantasy mit schwulen Figuren findet man genauso selten wie Fantasy mit asiatisch inspiriertem Setting. Ich liebe beides, also musste ich Imperia - Im Schatten des Drachen natürlich lesen, zumal ich den Autor kenne und schon einiges von ihm gelesen habe.
Imperia spielt in einer Welt, die mich an die von mir geliebten chinesischen Historienfilme erinnert haben, mit Elementen der asiatischen Sagenwelt. Und es erzählt eine ebenso epische und dramatische Geschichte über zwei Männer, die in einen Krieg verwickelt werden, bei dem es schwer ist, die Guten von den Bösen zu unterscheiden.
Von Anfang an hat mich die hohe Qualität des Textes beeindruckt, in meinen Augen hat sich der Autor sehr gesteigert.
Die Hauptfigur Hao ist ein junger Mann, der unbedingt in die Kaisergarde eintreten möchte, wie sein Vater. Dies ist sein größter Traum, dafür lebt er, dafür kämpft er. Warum er seinen Vater lange nicht gesehen hat und warum er keine Einladung zur Prüfung der Kaisergardenanwärter erhalten hat, hinterfragt er kaum. Als er zufällig seinem Idol, dem Bastardsohn und Kaisergardisten Kyu-Sung begegnet, ist er sofort fasziniert von ihm. Etwas verbindet beide gleich miteinander, etwas, was eigentlich gar nicht sein dürfte.
In dieser Welt hat jeder Mensch einen Lebensgeist, ein Wesen, das für andere unsichtbar ist, ein Freund, der einen immer begleitet. Aber die Geister, die hier Ankh-Nasgath genannt werden, können auch kämpfen. Haos Geist ist ein lustiger kleiner Drache, Kyu-Sungs ein bedrohlicher Kampfgeist. Und beide können sie den Ankh-Nasgath des anderen sehen, etwas, was sonst nie möglich ist.
So führt sie das Schicksal zusammen und sie entwickeln Gefühle füreinander. Doch das ist nur ein Teil der Handlung. Man ahnt früh, dass im Kaiserreich nicht alles zum Besten steht, dass Hao etwas sehr naiv ist in seinem Glauben an die Garde. Denn bald erfährt man, dass die Garde das Reich unterdrückt und viele Menschen sich gegen sie organisieren. Vor allem die Yin, die von der Garde gejagt werden. Ihre Form der Magie erachten sie als gefährlich. Vor langer Zeit waren sie die Herrscher des Landes. Und Hao muss sich entscheiden, auf welcher Seite er kämpfen will.
Imperia ist ein Buch die Einsicht, dass jeder Kampf zwei Seiten hat und über Macht. Über die Macht des Einzelnen, über die Macht der Elite und die Macht des Volkes. Aber es ist auch ein Buch über die Macht der Liebe.

Bild aus dem Film Curse of the Golden Folwer. Imperia hat mich sehr an diese Art von Filmen erinnert.

Ich hatte lange mit einem anderen Ende gerechnet und möchte hier nicht zu viel verraten. Es bleibt das ganze Buch über spannend, da es immer wieder neue Wendungen gibt. Anfangs hatte ich ein wenig Probleme mit den Figuren warm zu werden. Hao hätte ich öfter gerne mal wachgerüttelt. Er bleibt sehr lange sehr naiv, während Kyu-Sung nicht von seinem starren Glauben abweicht und er mir nicht unbedingt sympathisch war. Aber ihr Verhalten ergibt für beide einen Sinn, sie werden dadurch bestimmt, wie sie aufgewachsen sind und wegen der detailliert gezeichneten fantastischen Welt habe ich das Buch dennoch sehr gerne gelesen.
Imperia ist ein spannendes Fantasybuch nicht nur für Gay Romance Fans. Da bleibt mir nur zu sagen: bitte mehr davon.

Takeshi Kaneshiro in Red Cliff. Wäre er nicht ein guter Kyu-Sung? Und als Hao könnte ich mir Jay Chou vorstellen.


Zum Autor: Der Autor Laurin Dahlem lebt, arbeitet, liest und schreibt in Süddeutschland. Die phantastischen Welten der Literatur sind seine große Leidenschaft, und er wird nicht müde, sich immer wieder neue auszudenken.

Außerdem erhältlich:
Kuss aus Asche, Ein Trainer mit gewissen Vorzügen