Samstag, 26. Dezember 2015

Interview mit Dahlia von Dohlenburg

Ich hatte schon länger die Idee, auf dem Blog auch Interviews mit anderen Autoren zu führen. Ich freue mich, dass ich euch mit Dahlia von Dohlenburg eine Autorin vorstellen kann, deren Reihe Jäger in den Schatten mir sehr gut gefällt. Dazu muss ich sagen, dass ich Dahlia durch ein Autorenforum kenne und sie dort in einer Plotwerkstatt iher Jäger vorgestellt hat. Ich war gleich begeistert, denn Urban Fantasy in Verbindung mit Gay Romance, da muss ich nicht lange überlegen, ob ich das lesen will. Dahlia veröffentlicht die Serie in kurzen Folgen zu je ca. 90 Seiten. Bisher sind drei Folgen erschienen.
Es geht um eine Spezialeinheit, die aus Vampiren, Dämonen und Menschen besteht und übernatürliche Fälle aufklärt. Die Bücher spielen im Ruhrgebiet, wo eine Mordserie der Polizei Rätsel aufgibt. Es beginnt damit, dass Sebastian, der bis dahin nichts mit Übernatürlichem am Hut hat von einem Werwolf gebissen wird. Er wird gerade noch vom Jäger Nikolaj gerettet, doch er wird  unweigerlich selbst zur Bestie, wenn der Killer nicht vorm nächsten Vollmond gefunden und getötet wird.  So gerät Sebastian in die Welt der Jäger. Ich denke, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass Sebastian in den nächsten Folgen ein Mitglied des Teams werden möchte, denn er kann die neue Welt, die ihm offenbart wurde, nicht einfach vergessen. Darüber hinaus hat er Gefühle für Nikolaj entwickelt, doch der weist Sebastian immer wieder zurück. Wie sich langsam doch zarte Gefühle zwischen den beiden entwickeln finde ich sehr realistisch und erfrischend unkitischig beschrieben. Wer hier ausführliche Romance und Erotik erwartet ist falsch, die Urban Fantasy mit den einzelnen Fällen steht bisher klar im Vordergrund. Gerade das gefällt mir so gut an der Serie. Neben Sebastian und Nikolaj gibt es aber auch noch andere interessante Figuren. Die beiden Vampirinnen Emilia und Tilda sowie den IT-Spezialisten Rohan. Außerdem werden alle möglichen Beziehungsformen vorgestellt. Wer spannende Urban Fantasy in Serie mit realistschen und liebenswerten Figuren mag, der ist hier genau richtig. Demnächst erscheint Dahlias Fantasyroman Die Magie des Königs und die erste Folge der Jäger in den Schatten gibt es im Moment kostenlos.

Hallo Dahlia, stell dich bitte einmal kurz vor.

Ich bin Dahlia, 31 Jahre auf dem Papier, im Geiste aber noch nicht wirklich erwachsen. Ich wusste lange Zeit nicht wirklich, was ich mit meinem Leben anfangen will. Oder doch, eigentlich wusste ich es ganz genau. Aber vom Schreiben leben zu wollen, dass ist doch verrückt, oder?
Deswegen habe ich lange Zeit das gemacht, was man so macht, wenn man nicht weiß, was man machen soll: vor mich hin studiert. Ich habe einen Abschluss in Japanologie gemacht, weil mich das Land faszinierte, habe eine Zeit lang Informatik studiert und studiere aktuell Geschichte und Medienwissenschaften in Bochum, mit der Absicht im Anschluss einen Master in Gender Studies zu machen. Alles sehr bunt und querbeet und nicht wirklich zielgerichtet, was meine Eltern in den Wahnsinn treibt. Denn die wollen natürlich, dass ihr Kind etwas „Anständiges“ macht. Leider hat ihr Kind aber festgestellt, dass es doch am liebsten nur das tun würde, was sie wirklich liebt: Schreiben ;-)
Seit Sommer 2015 veröffentliche ich meine Geschichten selbst, um meinem Traum, eines Tages vom Schreiben zu leben, näher zu kommen. Bis dahin arbeite ich Teilzeit in einer Bibliothek – solange mich viele Bücher umgeben, bin ich glücklich.

Dienstag, 8. Dezember 2015

Wenn der Postbote mit einem großen Paket kommt ...

dann hat die Autorin ihre Belegexemplare bekommen. Wenn der Autor erstmalig seine Bücher in der Hand hält, muss er ein Ritual vollziehen, was darin besteht, das Paket so schnell wie möglich aufzureißen, die Bücher auszupacken, anzufassen, rundrum zu betrachten, fröhlich zu glucksen und einen Freudentanz aufzuführen. Anschließend werden die Belege an die Brust gedrückt und nie wieder losgelassen ... oder so ähnlich. Ich finde sie sehen wunderschön aus. Auch der Buchrücken und die Rückeise.






Mittwoch, 2. Dezember 2015

Meine Liebe zu historischer Gay Romance


Die Liebe zu historischen Romanen kam bei mir erst spät, abgesehen von Klassikern hatte ich lange kaum in dem Genre gelesen. Wenn dann eher in Zusammenhang mit Fantasy, Steampunk oder Mystery. Eine befreundete Autorin brachte mich erst darauf, die viktorianische Zeit zu lieben. Ich glaube, es war dann tatsächlich Downton Abbey, das mich für die edwardianische Zeit begeisterte. Wie ich dann auf historische Gay Romance gekommen bin, weiß ich gar nicht mehr. Auf jeden Fall war es die Magpie-Serie von KJ Charles, die mich so begeistert hat, dass ich auch etwas in diese Richtung schreiben wollte. Heiße Gentleman im Anzug und ein aufregendes Setting, London, Magie ... ja bitte. Es ist seltsam, ich kann mich oft gar nicht so genau erinnern, wann und wie mir eine Geschichte eingefallen ist. Es ist schon drei Jahre her, dass ich angefangen habe, Sunford zu schreiben. Erst nachdem der erste  Entwurf stand, habe ich angefangen, historische Romane zu lesen. Ich wollte mich ja auch nicht allzu sehr beeinflussen lassen. Im Text finden sich schon sehr viele Einflüsse von Jane Austen, auch Maurice hat mich etwas beeinflusst, da es wohl der einzige Roman ist, der zu der Zeit geschrieben wurde und eine Liebesgeschichte zwischen Männern erzählt. Die Auswahl an historischer schwuler Literatur ist ansonsten ja eher begrenzt, auch wenn es einige Ausnahmen gibt, darüber habe ich vor einem Jahr schon einmal etwas geschrieben.
Es ist jedoch schön zu beobachten, wie sich in den letzten Jahren im englischsprachigen Raum eine Szene von Gay Romance Autoren zusammengefunden hat, die Historisches schreiben.
Aber auch hier habe ich in letzter Zeit immer mehr historische Gay Romance gesehen, von Chris P. Rolls mit ihrer Bruderschaft der Küste, Diana Wintermeer oder Jutta Ahrens. Ein schöner Trend, wobei die Zeit zwischen 1800 und dem ersten Weltkrieg noch etwas unterbesetzt ist, für mich ist es die spannendste Zeit, um darüber zu schreiben, da so unheimlich viel passiert ist, Revolutionen, gesellschaftliche Veränderungen, die Entwicklungen in der Kunst ... und die Mode natürlich. Von Empirekleid bis Sanduhrfigur und die Männer waren natürlich auch schick gekleidet, wenn sie es sich denn leisten konnten.
Was mich aber am meisten an der Gay Romance in historischen Settings fasziniert ist, dass es damals in Europa noch viele Länder mit Gesetzen und Strafen gegen  Homosexualität gab, es erforderte viel Mut, trotzdem zu seiner Liebe zu stehen und vor allem, damals konnte wegen der Zensur diese Geschichten nicht erzählt werden. Wir wissen höchstens etwas über berühmte Persönlichkeiten wie Oscar Wilde. Natürlich ist es nicht wirklich authentisch, wenn man sich jetzt aus heutiger Sicht ausdenkt, wie es damals zwei Männer oder auch zwei Frauen geschafft haben könnten, zueinander zu finden und zusammen zu bleiben, aber diese Geschichten können anders nicht erzählt werden, denn heute können wir ohne Zensur darüber schreiben, wir können uns Happy Ends ausmalen oder die Tragik unmöglicher Lieben zeigen. Queere Menschen waren immer Teil der Geschichte und obwohl sie es noch schwerer gehabt haben als heute die Menschen in Europa, bin ich mir sicher, sie haben sich trotzdem verliebt und einige werden auch glücklich gewesen sein und es ist einfach wunderbar, darüber schreiben zu können. Denn historische Settings bieten unendliche Möglichkeiten.






Dienstag, 1. Dezember 2015

Sunford Veröffentlichung

Heute ist Sunford - Verführung eines Gentleman erschienen. Der erste Roman von mir, der in einem Verlag erscheint. Ich muss zugeben, ich war die letzten Tage doch etwas nervös. Das Gefühl, zu wissen, dass das, woran man so lange gearbeitet hat jetzt alle lesen können ist jedenfalls unbeschreiblich. So kann es also kommen, wenn der Autor sich eines abends vor dem Laptop denkt, ich mag historische Gay Romance. Das könnte ich doch auch mal schreiben und wie wäre es, die Zeit von Downton Abbey zu nehmen und ein bisschen Jane Austen reinzumischen? Und nun ist mein Roman erschienen.


Der Klappentext:

England, 1905. Ein verschlafenes Dorf in Somerset steht Kopf, als der attraktive Lord Vincent Fanbury auf Landbesuch kommt. Nicht nur die unverheirateten Frauen hoffen auf eine gute Partie mit ihm. Auch Leonard, ein gutsituierter Unternehmer, fühlt sich zu ihm hingezogen. Obwohl die strikten Konventionen der edwardianischen Gesellschaft gegen sie sprechen, entwickelt sich zwischen ihnen eine  leidenschaftliche Affäre. Zu spät merkt Leonard, dass Vincent ein Geheimnis vor ihm verbirgt, das nicht nur ihre Beziehung sondern, auch seinen Ruf zerstören könnte.


Es gibt außerdem einen tollen Trailer mit allen Dezemberveröffentlichungen des Sieben Verlags.

Donnerstag, 26. November 2015

Leseprobe von Sunford

Es sind nur noch fünf Tage bis zur Veröffentlichung von Sunford. Da wird man als Autor doch langsam aufgeregt. Es schien immer noch so lange hin und dann ist es plötzlich so weit. Jetzt gibt es auch schon eine Leseprobe auf der Verlagsseite. Schaut doch gerne mal rein. Außerdem findet dieses Jahr wieder der facebook Gay Romance Adventskalender von worldofbigeyes statt. Dort könnt ihr auch ein Exemplar von Sunford gewinnen und viele anderer tolle Bücher. Also es lohnt sich, da mitzumachen. Adventszeit ist doch die schönste Zeit für Leser. Man kann sich schön gemütlich zu Hause einkuscheln, mit Tee, Mandarinen und Lebkuchen und lesen. Ich freue mich jedenfalls schon auf die Weihnachtszeit.

Montag, 28. September 2015

Watch:line von Natalie Anders

Es gibt leider nur sehr wenig Science Fiction mit schwulen Hauptfiguren oder gar Romance. Das liegt vielleicht daran, dass SF immer noch ein von heterosexuellen Männern dominiertes Genre ist. In den Siebzigern gab es kurz eine Welle mit feministischer SF, Planeten nur mit Frauen, nur mit Intersexuellen oder auch mal bisexuellen Hauptfiguren. Seitdem ist das Genre zwar offener geworden, aber wirklich viele Neuerscheinungen gibt es nicht in dem Bereich.
Ich habe schon immer Science Fiction geliebt, seit ich als Kind Star Trek gesehen habe. Meine absolute Lieblingsserie ist immer noch Battlestar Galactica. Nachdem ich dann endlich eine Bildungslücke geschlossen und Firefly gesehen habe, hat es mich selbst gepackt, ich habe richtig Lust, eine Space Opera mit LGBT-Figuren zu schreiben. Da ich aber bisher kaum in dem Genre gelesen habe, wollte ich das nachholen und musste feststellen, wie wenig es in dem Genre im Gay Romance-Bereich gibt. Sogar auf dem Englischen Markt gibt es kaum etwas, das mich anspricht. Umso mehr hat es mich gefreut, dass der Dead Soft verlag doch wenige Titel im Programm hat. Natalie Anders Watch:line war mir schon einmal aufgefallen, wie gut, dass ich es mir dann endlich gekauft und gelesen habe. Denn ich habe wirklich noch nie so gute SF mit schwulen Figuren gelesen.
Wir befindet uns weit in der Zukunft, in einer Welt, die an bekannte Dystopien erinnert, es gibt nicht mehr viele überlebende Menschen, die Technologie ist weit fortgeschritten. Die Bevölkerung lebt in gleichförmigen strukturierten Anlagen, alles ist durchorganisiert und es gibt keinen Raum für Abweichungen. Itan lebt in dieser Welt, er ist ein Zeitingenieur. Was das genau ist, das muss der Leser sich zusammenreimen, denn man wird gleich ohne große Erklärung in die Welt geworfen. Das hat mir gut gefallen, denn ich hasse es, wenn am Anfang ewig die Welt erklärt wird, viel schöner ist es, wenn man sie gezeigt bekommt.
Itan muss in der Fortbildung Programme absolvieren, in denen er logische Aufgaben lösen muss, ein wenig erinnert das an TIM The Incredible Machine, falls das noch jemand kennt. Nur auf einer Zeitebene. Dabei bekommt Itan einen Assistenten zugewiesen, Silas. Der ist nur als der Freak-Tech bekannt, weil er anders als alle anderen nicht in sein Aussehen investiert und kleine vermeintliche Makel beseitigt hat. Bald entwickelt sich zwischen den beiden eine Freundschaft, Itan ist immer mehr fasziniert von Silas Art, alles etwas anders zu machen. Silas lebt nicht in dem durchorganisierten Komplex, er lebt dort wo die weniger gut gestellten ihr Dasein fristen, dort ist er freier, dort essen die Menschen noch selbstgebackenen Kuchen und zeigen Gefühle.
Itan muss immer mehr begreifen, dass seine Welt nicht perfekt ist. Eine Welle von Selbstmorden von großem Ausmaß dezimiert die Bevölkerung weiter, doch kaum jemand scheint sich dafür zu interessieren. Doch Itan muss bald feststellen, dass er in alles viel mehr involviert ist, als er je geahnt hat.
Natalie Anders erfindet keine komplett neue Dystopie, aber das wäre auch zu viel erwartet, es gibt Versatzstücke aus 1986 und der ganz klassischen Dystopien, die schon im vorletzten Jahrhundert beschrieben wurden. Die durchstrukturierte Welt, Menschen, die nur noch dem System folgen und nichts mehr empfinden. Der Außenseiter, der aus dem System ausbricht. Aber die Autorin versteht es vor allem dank ihres Stils, der flüssig aber nie schlicht ist, zu fesseln. Itan und Silas ziehen einen in ihre ganz eigene Welt, manchmal ist es anstrengend, Itan zu folgen, man möchte ihn schütteln, weil er so lange braucht, um aufzuwachen. Aber der sympathische Silas gleicht das gut aus. Watch:line ist allerdings kein Romance, wie man es bei dem Verlag erwarten würde, sondern einfach SF mit zwei schwulen Hauptfiguren, die sich verlieben, so gibt es auch keine ausführlichen erotischen Szenen. Meinen Geschmack trifft das genau, denn gute SF braucht einen guten Plot. Ein wenig fehlt dem Text die Struktur, es gibt keinen wirklichen Höhepunkt. Aber erstaunlicherweise bleibt der Roman trotzdem spannend. Es wäre nur gut gewesen, vorher zu wissen, dass es sich bei Watch:line um den ersten Teil einer Reihe handelt, denn die Geschichte von Itan und Silas ist noch lange nicht abgeschlossen, viele Fragen bleiben offen. Umso gespannter bin ich, wie es weiter geht und hoffe, dass es bald einen zweiten Band gibt.

Mittwoch, 9. September 2015

Neue Projekte

So, ich habe meine Schreibblockade wohl etwas überwunden. In den letzten zwei Wochen habe ich so viel geschrieben, wie lange nicht mehr. Außerdem hatte ich ganz viele neue Ideen. Da weiß ich im Moment gar nicht, was ich zuerst schreiben soll. Ich habe eine SF-Novelle in Arbeit, an der ich noch etwas feilen muss. SF-Serien wir Firefly haben mir total Lust gemacht, noch mehr Space Operas zu schreiben. Da es ein komplett neues Genre für mich ist, werde ich mich da erst mal etwas einlesen.
Außerdem habe ich Lust bekommen wieder Fantasy zu schreiben, mit Intrigen und Kriegen und Assassinen. Da es lange her ist, dass ich High Fantasy bzw. Low Fantasy geschrieben habe, muss ich mich gerade erst mal mit Weltenbau und Plot beschäftigen. Aber ich habe enorme Lust auf diesen Text, weil ich die Figuren jetzt schon liebe.

Donnerstag, 6. August 2015

Ich und meine Schreibblockade

Ich habe dieses Jahr leider sehr wenig geschrieben. Man könnte schon sagen, dass ich eine Schreibblockade hatte. Immer wenn ich einen neuen Text angefangen habe, habe ich irgendwann die Lust verloren oder ich wusste nicht weiter oder es lief einfach nicht. Aber jetzt finde ich langsam wieder rein und sitze an einer ganz neuen Story. Diesmal ein komplett anderes Genre, nämlich SF. Da habe ich jetzt endlich den ganzen Plot beisammen. Nebenher habe ich aber immer noch alte Texte überarbeitet. Daher wird hoffentlich nach der Sunford-Veröffentlichung dann auch noch mehr von mir kommen. Ich habe leider gar keine guten Tipps gegen Schreibblockaden. Bei mir hilft es auch nicht, mich zum Schreiben zu zwingen. Das endet nur damit, dass ich prokrastiniere  oder auf die leeren Seiten starre. Ich habe unheimlich viele Serien gesehen und viel gelesen. Manchmal braucht man einfach erstmal Input, bevor da die Ideen kommen. Ich will natürlich nichts kopieren, aber bei mir war es gerade eine Serie, Firefly, die mich auf den Plot gebracht hat. Ich bin selbst gespannt, was daraus wird.

Sonntag, 5. Juli 2015

Hautnah - an deiner Seite von Francisca Dwaine

Francisca Dwaine hat sich mit ihrere Winterbrunch-Reihe und mehreren kürzeren Veröffentlichungen bereits einen Namen im Gay Romance Genre gemacht. Als ich die Beschreibung von Hautnah - an deiner Seite las, war ich jedoch erstmal skeptisch. Eine Liebesgeschichte zwischen einem Autor und einem Lektor? Das klang für mich ziemlich unrealistisch. Denn die meisten Autoren, die ich kenne, treffen ihren Lektor nie persönlich, das meiste läuft über Mail und Telefon, vielleicht trifft man sich, wenn man zufällig in der Nähe wohnt, auf Messen oder der Verlag ist ungewöhnlich spendabel. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass eine Geschichte, bei der der Lektor auch noch bei dem Autor einzieht, um ihm endlich dazu zu bringen, den lange erwarteten nächsten Bestseller zu schreiben, einigermaßen glaubwürdig erzählt werden kann. Doch Francisca Dwaine ist das gelungen, denn es gibt eine gute Begründung fü alles.
Die Handlung beginnt damit, dass der angehende Lektor Jason nach Chicago zieht und mit einem unheimlich attraktiven Christian einen One-Night-Stand hat und Christian ihn ziemlich unfreundlich aus der Wohnung wirf. Doch als Jason erfährt, dass Christian hinter dem Pseudonym Kristin Heart, der Bestsellerautorin steckt, der er zugeteilt wurde, will er seinen Job auf keinen Fall vermasseln. Obwohl Christian sich alle Mühe gibt, ihn loszuwerden, gibt Jason nicht auf. Da Christian unglaublich gut aussieht und Jason sich unweigerlich zu ihm hingezogen fühlt, lässt er sich darauf ein, mit ihm sein Bett und Wohnung zu teilen. Schnell entdeckt er, dass es einen Grund dafür gibt, warum Christian sich immer wieder wie ein Arsch verhält, daher kann er ihm dieses Verhalten auch vergeben. Denn Christian hat vor zwei Jahren seinen Partner verloren und betäubt seien Trauer mit Alkohol und Sex, er kann niemanden mehr an sich ranlassen und vergrault lieber jeden der versucht, ihm zu helfen. Eine Beziehung mit Jason lehnt er daher von vornherein ab.
Das war meine zweite Sorge bei dieser Geschichte. Wird im Klappentext angekündigt, dass der Love Interest ein dunkles Geheimnis hat und unnahbar ist, lese ich das eigentlich nie. Ich kann die Faszination für solche Arschloch-Typen einfach nicht verstehen. Aber obwohl ich Christian ab und zu mal schütteln wollte und den armen Jason davor warnen, sich wieder auf ihn einzulassen, gelingt es der Autorin, dass man immer noch mit beiden mitfühlt. Vor allem Jasons Stärke, die Konsequenzen aus Christians Verhalten zu ziehen hat mir gut gefallen, auch dass seine Freunde so intelligent sind, Christians Verhalten zu durchschauen und Jason davor zu warnen, wie er ihn manipuliert. Denn genau dieses manipulative ausnutzende Verhalten ist es, was mich an solchen düsteren Typen in Liebesgeschichten normalerweise abstößt, da es meistens als begehrenswert und toll dargestellt wird. Aber Jason hat eine starke Persönlichkeit und auch wenn er Christian ein paar Mal nachgibt, er lässt sich nicht alles bieten. Das hat mir sehr gut gefallen.
Ein weiterer Aspekt an der Geschichte ist die Metaebene, die sich bei Büchern über Autoren fast zwangsläufig ergibt. Schließlich fängt Christian endlich seinen Roman an, der autobiografische Züge trägt, und so auch die Beziehung zu Jason spiegelt. So dass man Christians Regeln zum Schreiben, zwangsläufig mit dem Text, den man gerade liest, vergleicht. Da der Autorin der aber gut gelungen ist, und das Thema auch nicht überstrapaziert wird, hat mich das zum schmunzeln gebracht.
Etwas schade fand ich, dass die Nebenfiguren, Dragqueen Jonathan und Jasons bester Freund Tom erst lange eingeführt und dann ein wenig vergessen wurden. Ein paar Ungereimtheiten sind mir auch aufgefallen. Etwas seltsam fand ich, dass Jason vorher noch bei seinen Eltern wohnte, und nicht geklärt wurde, warum, normalerweise leben die Studenten in den USA doch in ihren Colleges, dadurch wirkte er unnötig unreif auf mich.
Das einzige, was ich wirklich kritisieren würde ist, dass sich im Mittelteil die Handlung etwas zieht und wiederholt und dass die Geschichte recht vorhersehbar ist. Aber das bekannte Thema, einen gebrochenen Typen, dem nichts wichtig ist wieder zu einem liebenden Menschen zu machen, hat die Autorin gut umgesetzt, so dass ich "Hautnah" nur empfehlen kann. Es hat mir weitaus besser gefallen, als andere Texte mit ähnlichem Muster, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Da eine kleine Frage noch offen bleibt, ist auf jeden Fall Potential für eine Fortsetzung vorhanden.

Mittwoch, 24. Juni 2015

Tipping the velvet von Sarah Waters

Tipping the velvet habe ich zuerst als Verfilmung gesehen. Die Mini-Serie der BBC hat mich sehr beeindruckt. Allein dass sie Bücher mit historischem Setting über lesbische Figuren verfilmen ist außergewöhnlich. Aber das liegt wohl auch daran, dass die Bücher von Sarah Waters einfach so gut sind und sich hervorragend auf der Leinwand machen. In England gilt sie als große Autorin, während ihre Bücher hier leider viel weniger bekannt sind.
Tipping the velvet erschien auf deutsch als Muschelöffnerin. Der Titel ist gar nicht so unpassend, denn es geht um Tochter der Betreiber eines Austernrestaurants. Als Nancy das erste Mal Kitty begegnet, die in ihrer Show als "Man impersonator" also im Männerkostüm auftritt, ist sie sofort fasziniert. Sie folgt ihr ins ferne unbekannte London, um für sie als Gaderobiere zu arbeiten. Dort wird sie in die Welt des Theaters hineingezogen und steht bald selbst auf der Bühne, und wird zusammen mit Kitty zum erfolgreichen Star. Es dauert eine Weile, bis Nancy begreift, dass sie in Kitty verliebt ist und die beiden zueinander finden. Für Nancy ist es die große Liebe, doch Kitty fürchtet um ihren Ruf und als sie einen Mann heiratet, flüchtet die am Boden zerstörte Nancy Kopf-und mittellos.
Als sie das erste Mal ein Männerkostüm trug, wurde ihr gesagt, dass sie darin schon zu überzeugend wie ein junger Mann wirkte. Mit den breiten Schultern und dem kurzen Haar fällt niemandem auf, dass sie tatsächlich eine Frau ist und Nancy genießt es, diese Rolle anzunehmen, auch auf der Straße als Mann herumzulaufen. Ob sie in der heutigen Zeit Transgender gewesen wäre, ist schwer zu sagen. Aber wie Sarah Waters ihr Spiel mit den Genderrollen beschreibt ist beeindruckend, weil man solche Geschichten so selten liest. Man könnte sie wohl am ehesten als Genderfluid bezeichnen, aber diese ganzen Begriffe gab es damals noch nicht. Und dennoch existierte eine geheime Welt mit lesbischen Zirkeln und Clubs, die Sarah Waters in Erinnerung ruft und lebendig werden lässt.
Nancy verhält sich manchmal sehr naiv und ist keine besonders intelligente Figur, sie liest kaum und interessiert sich für wenig. Aber sie ist eben auch eine sehr junge Frau, die an Liebeskummer leidet. Und ihren Weg in Beziehung zu verschiedenen Frauen zu verfolgen ist sehr unterhaltsam und fesselnd. Die Autorin schreibt auch freizügig über Nancys Sexualität, doch das wirkt nie übertrieben. Manchmal wirkt die Geschichte etwas wie einzelne Episoden, die wenig zusammenhängen, aber diese verschiedenen Stationen in Nancys Leben sind an sich alle sehr faszinierend. Selten liest man historische Romane, die so lebendig die Vergangenheit wiederaufleben lassen, ohne einen mit Informationen zu erschlagen und das in einem sehr flüssigen zur Figur passenden Stil, der dennoch anspruchsvoll geschrieben ist. Sarah Waters wurde mehrfach für den Man Booker Prize nominiert, und in über 30 Sprachen übersetzt.
Wer an der Geschichte von lesbischen Frauen interessiert ist oder einfach einen tollen historischen Roman lesen will, der wird das Buch lieben. Für mich war es auch ein Einstieg in eine völlig neue Welt, als ich das erste Mal Tipping the velvet als Film sah. Er hält sich sehr nah ans Buch, nur das Ende wurde ein wenig geändert, da hat mir das Buch besser gefallen. Sogar die erotischen Szenen wurden so verfilmt, wie sie im Buch stehen (inklusive Dildos etc., ja die gabs damals auch schon).  Und Rachel Stirling spielt die Rolle, als wäre sie für sie geschrieben. Daher kann ich Buch und Film nur empfehlen. Auch weitere Bücher von Sarah Waters sind sicher lesenswert, besonders "Solange du lügst" bzw. Fingersmith. Auch auf meine Rezension von "The secret Diaries of Anne Lister", möchte ich hier hinweisen.

Dienstag, 9. Juni 2015

Schöner Trend: LGBT-Jugendbücher


Für queere Jugendliche ist es nicht einfach, Bücher oder andere Medien zu finden, in denen sie sich repräsentiert sehen. Gerade wenn man mit seiner Sexualität oder Gender-Identität zu kämpfen hat oder diese infrage stellt, können Vorbilder enorm wichtig sein. Daher finde ich es so schön, dass immer mehr Prominente sich outen. Aber Jugendliche brauchen auch Beispiele, die sie selbst zeigen, lesbische, schwule, transgender oder intersex Teens. Auch nocht-queere Jugendliche interessieren können sich natürlich für das Thema interessieren und durch diese Bücher vielleicht etwas lernen. Es ist schon lange bewiesen, dass Menchen die lesen oder fernsehen toleranter und offener sind, weil sie lernen, sich in andere hineinzuversetzen und wenn sie so mit queeren Menschen konfrontiert werden, auch lernen, sich in diese hineinzuversetzen. Der englische Markt ist dem deutschen da ein großes Stück voraus, wohl auch weil er einfach viel größer ist und vermeintliche Nischenthemen so mehr Publikum finden. Umso schöner finde ich es, dass immer mehr Bücher auch auf deutsch übersetzt werden. Gerade die letzten zwei Jahre hat sich ein echter Trend zu LGBT-YA-Büchern entwickelt. Besonders schön finde ich es, YA-Bücher zu finden, die nicht nur Mobbing und Probleme dieser Jugendlichen zeigen, sondern auch positive Botschaften senden, dass man damit gut zurecht kommen kann, ein queerer Teen zu sein. Ich hoffe, dass sich die Verlage in Zukunft noch mehr trauen und dieser Trend anhält, es ist doch einfach nur schade und überholt, wenn ein Autor von Verlagen oder Agenturen gesagt bekommt, dass sich solche Themen nicht verkaufen. Bisher setzen die Verlage da leider fast ausschließlich auf Übersetzungen, die sich bereits bewährt haben. Vielleicht Zeit mal ein paar meiner eigenen Plotideen wieder auszugraben? Im Moment spuken mir da so einige im Kopf herum. Da weiß ich gar nicht, was ich zuerst schreiben will.

Die wenigen Bücher deutscher Autoren sind meistens schon älter. Die Mitte der Welt von Andreas Steinhöfel ist schon ein Klassiker, Ende der 90er erschienen und sogar ins Englische übersetzt, zeichnet er die Geschichte eines schwulen Jugendlichen in einer merkwürdig aus der Zeit gefallenen Welt und seiner einzigartigen Familie nach. Das Buch ist einer wunderbare Coming-of-age Geschichte, die ich vor allem älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen sehr empfehlen kann. Steingesicht und Einfach nur Liebe handeln von lesbischen Mädchen und Liebe macht anders deutet auf eine Transgender oder Intersex-Geschichte hin. Ich habe die drei letzten Bücher allerdings noch nicht gelesen und weiß nicht, ob sie empfehlenswert sind. Einen deutschen David Levithan vermisse ich jedenfalls noch.



Eines der neueren Übersetzungen ist das preisgekrönte Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums, ich habe es angefangen zu lesen und bin schon sehr begeistert davon. Ich habe den starken Verdacht, es könnte ein Lieblingsbuch werden. Es ist eins Jugendbuch, das im letzen Jahr viel Aufmerksamkeit und Lob erhalten hat.
Über ein Mädchen habe ich ebenfalls gelesen, es handelt von der ersten Liebe eines lesbischen Mädchens in Holland. Es war ein ganz nettes Buch, aber nichts Außergewöhnliches.
Was mich besonders freut ist, dass jetzt auch das nächste Buch von David Levithan Two Boys kissing auf deutsch erscheint. Es handelt von zwei Jungs, die einen Kussrekord aufstellen wollen. Da hoffe ich mal, dass The Tiny Cooper Story, die Geschichet über Tiny Cooper aus Will Grayson auch auf deutsch übersetzt wird. Will Grayson und Noahs Kuss habe ich ja auch hier bereits besprochen und kann sie empfehlen, einige der wenigen Bücher über schwule Jugendliche, die sehr erfolgreich waren. Empfohlen habe ich auch das stilistisch beeindruckende Die Tage der Bluegrass-Liebe. Auch auf Zusammen werden wir leuchten freue ich mich sehr, eine der ganz wenigen Transgender-Jugendbücher, und ein sehr gelungenes Cover, finde ich. Ich hoffe, dass das wirklich ein Trend wird und freue mich über den Mut des Verlags. Das wurde wirklich Zeit.

lest weiter ...

Montag, 1. Juni 2015

Cover für Sunford

Endlich habe ich das Cover für Sunford bekommen.  Ich finde es ist ganz schick geworden. Man kann es übrigens sogar schon vorbestellen. Es erscheint aber erst im Dezember.





































Mittwoch, 6. Mai 2015

Jackdaw von KJ Charles

Eigentlich brauche ich hier wohl gar nicht mehr zu betonen, dass ich KJ Charles Bücher gut finde. Ich bespreche ja ohnehin alle ihre Bücher. Jackdaw habe ich schon vor einer Weile gelesen. Es ist ein Spin-off zur Magpie-Serie. Crane, Stephen und Jenny Saint haben darin auch einen Auftritt. Vor allem geht es aber um Jonah und Ben, die in der Magpie-Serie praktisch als Bösewichte auftraten. Nun snd die Rollen anders herum. Eine interessante herangehensweise von der Autorin.
Ben glaubt, wenn er Jonah noch einmal wiedersieht, wird er seinen ehemaligen Liebhaber umbringen. Schließlich hat Jonah ihn ins Gefängnis und Arbeitslager gebracht, ihm seine berufliche Karriere ruiniert und ihn reingelegt.  Doch als der ehemalige Polizist und der Magier Jonah sich tatsächlich wiedersehen kommt alles anders als Ben dachte. Eine abenteuerliche Flucht vor der Polizei und dem Institut, das sich um straffllige Magier kümmert, beginnt. Jonah ist ein Windwalker, er kann in der Luft gehen und er ist ein ausgebuffter Dieb und Schwindler. Stephen Day ist immer noch hinter ihm her, da Jonah in der Magpie-Serie beinahe seinen geliebten Crane umgebracht hätte. So bleibt Ben und Jonah nur die Flucht in den abgelegensten Winkel Englands. Ich hatte etwas mehr Action erwartet in diesem Buch. Die Flucht endete doch schneller als erwartet. Aber was man bekommt ist eine schöne Liebesgeschichte, wunderbare Nebenfiguren und ein ganz anderer Blick auf Stephen und Crane.

Donnerstag, 30. April 2015

Vorfreude auf "Sunford"-Veröffentlichung

Hier will ich es auch noch einmal ankündigen. Mein historischer Roman "Sunford" erscheint im Dezember im Sieben Verlag!
Das ist meine erste Verlagsveröffentlichung, also mein Debut-Roman. Ich freue mich schon sehr darauf und warte gespannt auf Lektorat und Cover. Gerade weil der Roman in ein Genre fällt, dass es auf deutsch noch kaum gibt, bin ich so froh, dass ich dafür einen Verlag gefunden habe. Drei Jahre lang habe ich an dem Roman geschrieben und dann hatte ich ihn halbwegs fertig und dachte: was mache ich nur damit? Wie gut, dass ich dem Schubs einer Autorenkollegin gefolgt und mich beim Verlag beworben habe! So richtig glauben konnte ich das Ganze bisher noch nicht, aber jetzt hat der Verlag den Roman sogar schon angekündigt. Hier gibt es ein sehr gutes Interview mit der Verlegerin und man kann Bücher gewinnen.

Freitag, 13. März 2015

Liebster-Award

Ich wurde jetzt schon dreimal von anderen Bloggern nominiert, 11 Fragen zu beantworten. Und weil mir 33 Fragen dann doch etwas viel sind habe ich mir einfach mal die Fragen rausgesucht, die ich interessant fand. Danke für die Nominierung, Bianca Helbing, Kaye Alden und Jana Walther!

Vor einer Weile gab es schon mal so ein 11-Fragen Spiel, jetzt hat das ganze einen Namen: Liebster-Award. Finde ich etwas merkwürdig, aber gut. 

Was ist der “Liebster-Award”?
Es geht darum, elf Fragen des Nominierers zu beantworten und im Gegenzug dafür weitere Blogger zu nominieren und ihnen ebenfalls elf Fragen zu stellen. Das Ganze dient dem Networking und dem Kennenlernen neuer Seiten, Blogs und vielleicht sogar Freunden
Die Spielregeln
• Bedanke dich bei dem Autor/Blogger, der dich nominiert hat, und verlinke seine Website/seinen Blog
• Verwende das Awardbild
• Beantworte die 11 Fragen, die man dir gestellt hat.
• Formuliere im Anschluss daran 11 neue Fragen.
• Nominiere bis zu 11 weitere Autoren/Blogs und bitte darum, deine Fragen zu beantworten.
• Informiere die Nominierten natürlich über ihr Glück.



1. Welches waren die letzten fünf Bücher, die du 2014 gelesen hast? Warum gerade diese?
Die letzten fünf Bücher 2014? Das ist ja schon so lange her. Da muss ich mal in meinem goodreads-Account nachgucken. Oder ich sage einfach mal, die letzten Bücher, die ich gelesen habe. Das letzte war Grillenmusik von CoraLan von fanfitkion runtergeladen. Was für eine wunderschöne tolle Geschichte. Ein tauber Pianist und ein verträumter Maler treffen um 1900 aufeinander. Ich hatte das Buch schon ewig auf dem Reader uns jetzt war mir danach, es zu lesen, weil man bei CoraLan nie etwas falsch machen kann. Sie schreibt immer toll!
Ich bin gerade dabei meine Leseliste auf fanfiktion zu minimieren, daher lese ich da gerade viel. Davor hatte ich Kolibri von LeDreamer. Eine tolle Liebesgeschichte mit wunderbaren Figuren und ganz viel Drama. Davor habe ich Jackdaw von KJ Charles verschlungen. Ich lese ja sowieso alles von ihr und auf Jackdaw hatte ich schon gewartet, weil mir Windwalker Jonah schon in der Magpie-Serie so gut gefallen hat und ich wurde nicht enttäuscht. Dazu schreibe ich noch eine Rezension.
Jetzt lese ich gerade Abindgon Hall. Das Buch erschien relativ neu, stammt aber aus den 70ern und wurde als Downton-Abby-Lektüre vermarktet. Bisher gefällt es mir recht gut. Außerdem habe ich Amaias Lied von Ana Jeromin angefangen. Ein fantastisches Kinderbuch, das in Barcelona spielt. Da ich die Autorin kenne und von ihr noch nie enttäuscht wurde, fiel die Auswahl nicht schwer und es hat auch noch ein wunderschönes Cover!

2. Was sind deine schreib-/lesetechnischen Hauptziele für 2015?
Was ich dieses Jahr schreiben will habe ich noch nicht genau festgelegt. Ich fange irgendwie täglich was Neues an. Vorgenommen habe ich mir aber endlich "Jannik" fertig zu bekommen. Dann möchte ich ältere Texte überarbeiten und veröffentlichen. Vor allem "Aljoschas Tanz" und "Lex". Da bin ich schon dabei. Außerdem möchte ich ein Jugendbuch fertig schreiben, das hatte ich mir schon für letztes Jahr vorgenommen. Eventuell werde ich ein Spin-off zu Sunford schreiben. Oder etwas anderes, das in der Zeit spielt. Ich bin gerade sehr an historischen Settings interessiert. Lesen möchte ich natürlich auch viel. Mein Reader platzt schon vor Büchern. Ich freue mich schon auf weitere historische Romane, die ich mir ausgeliehen habe und einige Jugendbücher warten auch noch darauf, gelesen zu werden.

3.Magst du lieber Hunde oder Katzen? Begründe deine Antwort.
Ich bin eigentlich ein Katzenmensch. Ich hätte total gerne wieder eine Katze. Aber leider ist meine Wohnung zu klein dafür. Daher habe ich schon über einen kleinen Hund nachgedacht. Aber damit habe ich gar keine Erfahrung. Man könnte sagen, dass mir Hunde immer besser gefallen. Aber der freie Geist der Katzen entspricht mir doch irgendwie mehr. Sie lassen sich nichts sagen und das gefällt mir. Katzen zu haben ist als Autor ja schon fast eine Pflicht. Man kann dann immer lustige Fotos und Videos auf facebook posten, wie die Katze sich auf die Tastatur legt. Das würde mir bestimmt ein paar Hundert Follower einbringen. Katzen haben schon längst die Weltherrschaft übernommen. Wir haben es nur noch nicht bemerkt.

4. Wenn du einen Sechser im Lotto hättest und den Gewinn frei wählen könntest, welchen Wunsch würdest du dir erfüllen?/ Du gewinnst 20.000 Euro und musst die zum Reisen ausgeben. Was machst du und wo?

Da gibt es so einiges. Eigentlich denke ich aber, dass niemand so viel Geld für sich haben sollte. Ich würde daher wohl das meiste verschenken oder spenden. Was ich mir erfüllen würde wäre eine Weltreise. Und dann würde ich zurückkommen, mir ein schönes Fachwerkhaus am Stadtrand kaufen und eine Künstlerkommune eröffnen oder so.

5. Welche (tote) Person der Geschichte würdest du gerne einmal treffen und warum?
Puh, da gibt es so viele. Ich würde natürlich gerne einige Autoren gerne treffen. Zum Beispiel Jane Austen wäre sicher eine sehr interessante Gesprächspartnerin.

6. Welche deiner Figuren ist dir die liebste und warum?
Das kann ich nicht sagen, weil ich alle meine Figuren liebe. Am liebsten habe ich meistens die aus den Texten, an denen ich gerade schreibe, oder die ich gerade abgeschlossen habe. Daher trauer ich gerade noch etwas um Vincent aus Sunford. 

7. Wie oft überarbeitest du deine Texte?
Ziemlich oft. Meistens vergehen an die zwei Jahre, von Beginn des Schreibens, bis ich denke, der Text könnte fertig sein. Ich hoffe, dass das irgendwann weniger wird. Man lernt ja immer dazu beim Schreiben und ich habe das Gefühl, ich muss jetzt schon weniger überarbeiten. Ich kann nicht vorher alles komplett plotten. Daher muss ich dann am Ende noch immer einiges umstellen. Dann habe ich immer einige Betaleser, da gibt es dann nochmal mehrere Überarbeitungsdurchgänge. Auch muss ich immer etwas Abstand zum Text gewinnen, um ihn einigermaßen objektiv lesen zu können. Die Durchgänge zähle ich dabei gar nicht mehr.

8. Welche Motive (nicht Themen) tauchen in deinen Geschichten immer wieder auf?
Was ist dann genau mit Motiv gemeint? Das finde ich sehr schwer zu fassen. Identitätssuche, Selbstfindung? Ich finde es wirklich schwer, das so konkret zu sagen.

9. Inspiriert dich Musik in irgendeiner Weise beim Schreiben?
So direkt kann ich das nicht sagen, aber ich höre viel Musik beim Schreiben und Musik ist eine große Leidenschaft von mir. Ich gehe häufig auf Konzerte. 

10. Was war deine größte Enttäuschung als Autorin/Autor?
So konkret fällt mir da nichts ein. Enttäuscht ist man natürlich immer, wenn man merkt, dass ein Text so nicht funktioniert, wie man sich das gedacht hatte, wenn er den Betalesern nicht gefällt, wenn man nicht die eigenen Ansprüche erfüllen kann. Und wenn man Absagen von Verlagen bekommt ist das natürlich auch enttäuschend.

11. Und was war dein schönstes Erlebnis damit?
Da gibt es einige. Mich freuen immer sehr positives Feedback zu meinen Texten. Wenn ich ein Review bekomme, wo jemand meinen Text analysiert und Aspekte aufzeigt, die mir nicht mal selbst bewusst waren. Das ist unglaublich, dass ich hier sitze, schreibe und dann liest das jemand und beschäftigt sich wirklich damit. Toll war auch, als ich bei einem Treffen mit anderen Autoren etwas vorgelesen habe und alle an den richtigen Stellen gelacht und betroffen geguckt haben. Da habe ich gemerkt, dass der Text funktioniert und anderen gefällt. Das ist ein ganz tolles Erlebnis! 


Meine Fragen: 

1. Woran schreibst du gerade? Erzähl ein bisschen über dein aktuelles Projekt.
2. Kannst du sagen, was dich dazu inspiriert hat?
3. Was ist dein liebstes Kinderbuch und warum?
4. Hast du einen Schreibtipp, den du weitergeben möchtest?
5. Bist du noch in anderen Bereichen kreativ, zum Beispiel musikalisch, künstlerisch ...?
6. Gibt es einen Autor mit dem du gerne tauschen würdest?
7. Was war das letzte Buch das du gelesen hast, das dir richtig gut gefallen hat und warum?
8. Hättest du mal Lust eine TV-Serie zu schreiben, oder einen Spielfilm, oder ein Theaterstück?
9. Hast du schon mal überlegt, auszuwandern, wenn ja wohin?
Und die letzten Fragen klaue ich mal von Jana: 
10. Was war deine größte Enttäuschung als Autorin/Autor?
11. Und was war dein schönstes Erlebnis damit?

Da die meisten Blogs, die ich kenne schon nominiert wurden, nominiere ich mal niemanden, sondern jeder der das liest und Lust dazu hat kann die Fragen gerne beantworten und das Spiel fortführen. Wäre nur toll wenn ihr mich das mit einem Kommentar hier wissen lasst.  



Donnerstag, 19. Februar 2015

Biphobie in Gay Romance

Es gibt etwas, das mich schon länger massiv stört. Biphobie in Gay Romance. Die Ignoranz, Beleidigung oder die Existenzabsprechung von bisexuellen Menschen. Man findet nur sehr wenige bisexuelle Figuren in Gay Romance Büchern. Das liegt natürlich auch daran, dass bisexuelle Menschen generell weniger sichtbar sind als homosexuelle. Es gibt nur sehr wenige als bisexuell geoutete prominente Männer. Für Frauen scheint das immer noch einfacher zu sein. Und wenn beispielsweise ein Schauspieler erst nur mit Frauen zusammen war und dann mit einem Mann, dann muss er schwul sein und seine Ex-Freundin muss einem leid tun, weil sie offenbar nichts gemerkt hat. In den Medien wird es häufig so dargestellt, als gäbe es nur entweder oder und das ist gleichbedeutend mit der völligen Ignoranz gegenüber Bisexualität. Dass das auch in Gay Romance auftritt, die ja eigentlich tolerant und offen sein sollte, stört mich irgendwie besonders.
Es gibt häufiger den Plot, dass sich ein Mann plötzlich das erste Mal in einen anderen Mann verliebt und erkennt, dass er schwul ist. Das ist an sich natürlich nicht verkehrt und kommt so sicherlich auch häufig in der Realität vor. Was mich dann daran stört ist, dass es fast nie so ist, dass dieser Mann dann zu dem Schluss kommt bisexuell zu sein. Alle vorherigen Beziehungen zu Frauen müssen automatisch herabgewürdigt werden, weil ihm klar wird, dass er sie nie wirklich geliebt hat. Das kann natürlich vorkommen, klar. Es gibt sicher Menschen, die sich erst spät eingestehen können, homosexuell zu sein. Aber warum muss es immer so sein und warum muss dann der erste männliche Partner dann die Liebe des Lebens sein? Klar, es ist Romance und da ist alles etwas übertrieben dargestellt. Doch ich finde das einfach unrealistisch, dass man sich im Leben nur ein einziges Mal richtig verliebt und dann ewig zusammen bleibt. Die wenigsten Menschen haben so ein Glück.  Man könnte es genausogut so darstellen, dass die vorherigen Beziehungen zu Frauen auch schön waren aber nicht funktioniert haben, ohne dass es etwas mit der Sexualität zu tun haben muss. Besonders stört es mich, wenn die Ex-Freundin dann eine totale Zicke ist und alle Frauen im Buch total durchgeknallt. Dabei werden diese Bücher ja hauptsächlich von Frauen geschrieben.
Der erste Sex mit einem Mann muss dann natürlich auch viel besser sein als alles vorher. Wie gesagt, an sich ist das sicher etwas, dass so auch vorkommt, mich stört es nur, dass es eigentlich immer so dargestellt wird.
Ich habe schon einmal etwas über "gay for you" geschrieben und gesagt, dass sich meine Meinung dazu etwas geändert hat. Was mich daran nur stört ist eben, die Darstellung, dass es nur hetero und homosexuell geben kann. Aber es gibt nicht nur die Ignoranz gegenüber Bisexuellen sondern teilweise sogar Beleidigungen gegen sie. Ich habe gestern ein Buch angefangen, in dem eine Figur sagt, dass jemand sich entscheiden muss. Bisexuell zu sein wurde als total schlimm dargestellt, als wäre das etwas Abartiges. Das hat mich so aufgeregt, dass ich das Buch fast an die Wand geworfen hätte. Und das war nicht das erste Mal, dass ich so etwas in der Art gelesen habe.
Dabei sind fast alle Autorinnen von Gay Romance, die ich kenne selbst bisexuell. Aber offenbar bleiben immer noch genug, die damit ein Problem haben.
Ich habe damit zwar keine persönliche Erfahrung aber ich habe schon öfter gehört, dass es auch in der LGBT-Comunity häufiger Biphobie gibt. Dabei sollte es doch gerade so sein, dass man hier jegliche Sexualität anerkennt. Gay Romance propagiert, dass es für schwule Männer Happy Ends geben kann. Es wäre schön, wenn man öfter lesen könnte, dass es auch für Bisexuelle Happy Ends geben kann. Ich sehe wirklich keinen Grund, warum man darin anderen Menschen ihrer Sexualität absprechen sollte. Denn genau das passiert, wenn Bisexualität als nichtexistent und schlecht dargestellt wird.
Ich versuche eigentlich immer, eine bisexuelle Figur in meine Texte einzubauen, wenn es sich anbietet. Denn bisexuelle Menschen wollen genauso repräsentiert werden, wie andere. Sexualität ist nicht immer ein entweder oder sondern eine Skala und da gibt es genauso komplett homo, komplett hetero, wie komplett bi oder 80 % homo und ein bisschen hetero.

Freitag, 13. Februar 2015

Schreibupdate

Manchmal hat man als Autor Figuren, Szenen oder Plots, die man einfach nicht retten kann, weil sie so nicht funktionieren, wie man sie sich überlegt hat. Manchmal braucht man nur etwas Zeit, um doch noch eine Lösung zu finden. Manchmal braucht man einen Geistesblitz. Manchmal hilft aber auch nur ein fremder Blick, etwa von anderen Autoren. Daher finde ich es so unheimlich hilfreich, sich Autorenforen online oder als Gruppe mit regelmäßigen Treffen zu suchen. Mein Autorenforum hat mir nicht nur unheimlich viel über die Buchbranche und das Schreiben allgemein beigebracht, ich finde da auch fast immer einen Rat, wenn ich mal nicht weiter weiß. Und natürlich sind Testleser ganz wichtig, die den Text auseinandernehmen, Logiklücken aufdecken, einem Sagen, ob der Text überhaupt funktioniert.
Ich musste jetzt einsehen, dass ich bei "Bis ich dich vergesse" ziemlich viel werde umschreiben müssen, damit der Text funktioniert. Es war ein Text, den ich nie wirklich für eine Veröffentlichung vorgesehen hatte. Ich habe lange daran geschrieben, weil mir die Themen des Buches zu der Zeit gerade sehr wichtig waren. Aber damit Leser den Text so verstehen, wie ich ihn gemeint habe, müsste ich daran einiges verändern. Das werde ich sicherlich irgendwann noch einmal machen. Im Moment liegt das Projekt aber erstmal auf Eis. Denn ich habe gerade mehr Lust etwas Neues zu schreiben bzw. habe noch andere Texte, die ich noch beenden möchte.
Einer davon firmiert bisher unter dem Arbeitstitel "Jannik" und ist schon so halb fertig. Mir fehlt nur noch der richtige Plottwist, damit die Geschichte funktioniert. Und diesmal möchte ich richtig plotten, bevor ich schreibe. Denn ich habe gerade gemerkt, dass ich mir damit eine Menge Arbeit ersprare, auch wenn ich vermutlich immer eher ein Bauch- als ein Plotschreiber bleiben werde.
Außerdem habe ich große Lust noch einmal etwas historisches zu schreiben, warte da aber noch auf den richtigen Plot. Immer wenn ich einen Text beendet habe, bekome ich eine merkwürdige Phase, in der ich noch etwas an dem alten Text und den Figuren hänge und es schade finde, dass er nun fertig ist  - und mich gleichzeitig nicht recht entscheiden kann, was ich als nächstes schreibe. Dann kommen mir oft viele Ideen, die ich dann erstmal notiere. So habe ich mittlerweile eine ziemlich lange Liste mit Projekten, die ich irgendwann schreiben möchte. Aber dafür wird meine Lebenszeit vermutlich nicht ausreichen. Oder ich müsste lernen, viel viel schneller zu schreiben.
Im Moment schwanke ich zwischen einem Spin-off zu "Patrick", wobei es wenig sinnvoll wäre, diesen vor dem Haupttext zu veröffentlichen, einer Fantasy-Erotik-Novelle oder dem wiederaufleben eines vor einer Ewigkeit begonnenen Fantasyromans.

Please like me - Serienrezension

Als Joshs Freundin mit ihm Schluss macht, sagt sie ihm, dass er doch sowieso schwul sei. Da ist Josh das selbst noch gar nicht bewusst. Er hat vielmehr mit seiner depressiven Mutter zu kämpfen, die versucht hat, sich umzubringen. Sein Vater hat die Familie verlassen und eine neue koreanische Freundin, die sich nicht entscheiden kann, ob sie es ernst mit ihm meint. Sein bester Freund ist ein total verplanter Kerl, der nie bei der richtigen Frau landet. Als Josh jedoch den gutaussehenden Geoffrey kennen lernt, merkt er, dass seine Ex-Freundin recht hatte. Sein Coming-out ist auch gar keine so große Sache.
Als seine Mutter aus der Psychatrie entlassen wird, muss er sich um sie kümmern und wieder zu Hause einziehen. Nebenbei muss er sich entscheiden, ob Geoffrey wirklich der richtige ist. Sieht er nicht viel zu gut aus für ihn? Josh hält nicht viel von seinem eigenen Aussehen. Tatsächlich sieht Josh Thomas älter aus, als er ist und man kauft ihm die 21 schwer ab, die er mit Ende zwanzig dastellt. Josh Thomas hat auch selbst das Drehbuch geschrieben und man könnte sagen, dass er sich selbst spielt. Josh Thomas Mutter war tatsächlich depressiv und sein bester Freund in der Serie ist es auch in echt. Lediglich Debra Lawrance als "mum" und Caitlin Stacey als Freundin sind erfahrene Schauspieler. Aber das merkt man der Serie ansonsten nicht an.
Was die Serie aber so besonders macht ist vielleicht gerade die  Authentizität. Josh zeigt seine nur halb erfundene Figur mit all ihren Unsicherheiten und Schwächen. Die Figuren erscheinen nie klischeehaft. Die Unsicherheit bei der Partnersuche, bei der Jobsuche, der Identitässuche, das wirkt alles sehr realistisch.  
Die Darsteller sind überzeugend und das Drehbuch hält die richtige Balance zwischen Komik und ernsten Szenen. Man merkt, wie wichtig Josh das Thema psychische Erkrankungen ist und er behandelt es auf respektvolle Weise. Die Schwere der Erkrankung wird nie herabgespielt aber trotzdem die gewisse Komik etwa des Psychatriealltags dargestellt. Die Freunde, die Josh umgeben und potentiellen Partner sind alle liebenswert und gleichzeitig schrullige Außenseiter.
Please Like me ist eine wunderbare australische Coming-of-age Serie, die es verdient hat, ein größeres Publikum zu bekommen. In Australien ist Josh Thomas bereits ein bekannter Comedy-Star.
Gerade wird die dritte Staffel der Serie gedreht und ich bin schon sehr gespannt darauf. Leider bekommt man sie auf DVD nur im Export, aber hoffentlich ändert sich das bald.

Rezension: Das Faustus-Insitut von Tim Spohn


Ich durfte diesen Roman von Tim Spohn testlesen, deshalb fällt es mir etwas schwer, darüber eine objektive Rezension zu schreiben. Aber da ich ihn unbedingt empfehlen möchte, muss ich einfach etwas dazu schreiben.
Noah glaubt, dass er verflucht ist, denn alle Menschen, die ihm nahestanden - seine Eltern, seine beste Freundin, sein erster Freund – starben bei seltsamen Unfällen. Deshalb lässt Noah niemanden mehr an sich heran und lebt ein einsames Leben in Berlin. In seinem Spieleladen taucht plötzlich der gutaussehende Lucas und die kühle Lis auf. Als sie dann auch noch bei seiner Arbeit im Callcenter erscheinen, fühlt Noah sich verfolgt. Ein Wesen wie aus alten Mythen ist hinter ihm her und Noah und Lucas können ihm gerade noch entkommen. Es stellt sich heraus, dass Lucas und Lis vom Faustus-Institut geschickt wurden, um Noah zu beschützen, denn das war nicht das einzige Wesen, das hinter ihm her ist. Eine mächtige Dämonin hat es auf ihn abgesehen.
Bald muss Noah sich nicht nur damit auseinandersetzen, dass es solche Wesen wirklich gibt, er merkt auch immer mehr, dass er Gefühle für Lucas entwickelt und ihn viel zu nahe an sich heranlässt. Um der Dämonin zu entkommen und wieder Freundschaften zulassen zu können, muss Noah dem Geheimnis seines Fluchs auf die Spur kommen.
Der Debut-Roman von Tim Spohn bietet unterhaltsame Urban Fantasy mit interessanten Figuren. Sein Stil liest sich sehr flüssig aber nie zu einfach. Noah ist eine interessante, innerlich zerrissene Figur und ich bin gespannt, wie er sich in den Fortsetzungen noch entwickeln wird. Der Roman ist als Reihe angelegt und so liest er sich als ein typischer Anfang einer längeren Geschichte.
Es gibt einige überraschende Wendungen im Plot. Meine einzige Kritik ist, dass die Spannung in der Mitte etwas nachlässt und erst am Ende richtig Fahrt aufkommt. Wer gerne Gay Romance mit einem richtigen Plot liest, ist hier richtig. Es ist hier eher so, dass die Liebesgeschichte (noch) nicht im Vordergrund steht, und das fand ich mal ganz erfrischend. Man liest leider selten abseits des Romance-Genre Fantasy, in denen die Figuren einfach zufällig schwul sind. Daher dürften auch Leser die keine Romance lesen gefallen am Roman finden. Insgesamt ein gelungenes Debut, auf dessen Fortsetzung ich gespannt warte.